2006-06-14
Churchill-Zigarren und vollblütige Latinas
Die Wurzeln des Son`s reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Er entstand in den ländlichen Gebieten Kubas durch die Verschmelzung von afro-kubanischen Trommelrhythmen mit der Gitarrenmusik spanischer Farmer. Richtig populär war der Son anfangs des 20. Jahrhunderts, als er in die kubanische Hauptstadt Havanna gelang und dort einen wahren Siegeszug antrat. Nach den 40er Jahren geriet der orginale Son ins Hintertreffen und heute noch bekannte Musikstile wie etwa der Rumba oder der Cha cha cha traten in den Vordergrund, welche alle aber stark vom Son geprägt waren. Heute lebt der Son aber wie niemals zuvor. Zu verdanken haben wir das Wim Wender, der 1996 mit seinem weltbekannten Buena Vista Social Club den Son populär machte.
Genug der Geschichte. Genau dieser beschriebene Son fand letzten Donnerstag den weiten Weg direkt aus Kuba nach St. Gallen und mit ihm ein Feuer aus Leidenschaft und Temperament. Leider konnte die Vorband "Tito y los Toritos" das Publikum nicht wirklich in den Bann Südamerikas ziehen, auch wenn die Liebe der Anwesenden sicher ungemein gross für diese Region war. Lassen wir dies bei Seite und widmen uns den echten Kubanern.
"La Ley" zeigen, dass Son lebt, dass Kuba lebt, dass Südamerika lebt. Zugegeben, ich bin ein grosser Liebhaber der Südamerikaner, ihrer Freude am Leben und ihrer offenen Art, was sich 1:1 in ihrer Musik widerspiegelt und den Innenhof des Historischen Museums zum Buena Vista Social Club werden lässt. Ruhig stehen ausgeschlossen, hier wird getanzt. Wer`s nicht kann, den packt es auch so. Irgendwie werden Arme, Beine und der ganze Körper in Rhythmus gebracht.
Intensiv, erfrischend – was will man mehr an einem lauen Sommerabend? Vom Rhythums noch nicht freigelassen schlendere ich durch den Stadtpark nach Hause, in Gedanken im Buena Vista Social Club, eine feine kubanische Zigarre rauchend. Es sind Ferien!
