2006-11-30
Safersex & Kondome
Seit den Achtzigern wissen wir`s: HIV betrifft uns alle. Trotzdem scheint eine Menschengruppe wieder besonders betroffen zu sein – meine. Nach aktuellen Erkenntnissen sind in diesem Jahr rund 2.9 Millionen Menschen an den Folgen von AIDS gestorben, und täglich infizieren sich ungefähr elf Tausend neu mit HIV – Tendenz steigend! Lese ich diese Zahlen, so kratze ich mich am Hinterkopf, wenn ich an den sorglosen Umgang mit diesem Virus denke. Damals in den Achtzigern, als die ersten "Aids-Fälle" bekannt wurden, war das noch ganz anders. Eine regelrechte Hysterie, durch die Medien aufgebauscht, entbrannte und die Krankheit wurde auf gewisse Randgruppen fokussiert. Heute gibt es, was das HI-Virus und Aids betrifft, keine Randgruppen mehr. Die Zahlen sprechen für sich, heute ist Safersex anscheinend kein Thema mehr.
Doch, wo sind die Gründe der aktuellen, zunehmenden Verbreitung der Epidemie zu suchen? So ist dies in gewissen Ländern Asiens und Afrikas auf eine fehlende Aufklärung zurück zuführen. Was ist aber mit Europa? Weshalb steigen hierzulande die Fälle Infizierter rapide an? Es scheint, als hätten die wenigsten etwas aus den Erfahrungen der Achtziger für sich angenommen und jegliche Präventiv-Kampagne ignoriert. Und das sorglos. Zunehmend davon betroffen sind junge Leute, die sich das HI-Virus beim ungeschützten Sex einfangen – "Schliesslich sind es ja immer die anderen, die es erwischt..." – und auch die Suggestion, dass die heutige Medikation ein langes Leben verspricht, führt zu solch fataler Gedankenlosigkeit. Kondome sind nach zwanzig Jahren offenbar out.