2006-09-08
Bretter, die die Welt bedeuten – Aus einer anderen Sicht
Darauf gibt es nur eine Antwort: Man muss es mit dem eigenen Körper austesten. Nur schade – der Sommer ist bereits vorbei. Auf zum Silvaplanersee, dort bläst ein ungemütlicher Westwind, das Engadin taucht in goldgelben Schein. Eigentlich wünsche ich mir eh, in eine weiche Decke eingewickelt mit einem Glas Rotwein am warmem Kamin zu sitzen. Ein Surfparadies habe ich mir anders vorgestellt. Eher so wie in den Baywatchfilmen mit strahlend blauem Wasser, weissen Stränden und einer Menge knackiger Surfer. Vielmehr ist das Surfen hierzulande eine Tortur in formlosen Neoprenanzügen, die einem in perfektem Pinguin-Look erstrahlen lassen.
Surfen ist das eine, cool aussehen das andere. Während wir so langsam in Fahrt geraten, ziehen die schwarzen Schattengeister an den Bergen langsam hoch und hüllen das Engadin in schwarz. Am Ende mit den Kräften, man könnte meinen, ich hätte eine Weltumseglung hinter mir. Da stehen sie, die heiss umworbenen Surflehrer. Den einen oder anderen Blick gibt es zu erhaschen, ob das wohl ein "Hey-Baby-Lächeln" gewesen ist? Oder doch eher ein "Naja, was nicht ist, kann ja noch werden-Lächeln".
PS: Das nächste Mal surfe ich an einem Baywatch-Strand ohne Neopren und wickle die Jungs mit meinen blossen Surfkünsten um den Finger!
