2006-08-25
Weshalb bin ich eigentlich hier?

Hast du heute schon gechillt? Bei mir muss das wohl schon eine Weile her sein. Tagsüber bei der Arbeit von einer Ecke zur andern gerannt, frage ich mich vollkommen ausgepowert auf dem Heimweg, was ich heute eigentlich getan habe. Es bleiben am Abend nur wenige Minuten, um mich an einem Jogurt zu verköstigen und bereits stehen die nächsten Punkte auf dem Programm: Lernen für die Semesterprüfungen, mich meinen Hobbys widmen und Freunde treffen. Da bleibt im Grunde gar keine Zeit mehr für mich selbst. So gerne ich alles tue: Ich stehe im Dienste meiner Arbeit und meiner Pläne.
Braucht es mich überhaupt noch? Ein "Ding", welches arbeitet und sich selber unterhält, ist doch schnell ausgetauscht. Also bin ich nur der Fortpflanzung wegen auf dieser Welt? Das kann doch nicht sein. Wo bleibt dabei die Freude am Leben, Neues zu entdecken, etwas zu bewegen oder einfach eine gute Zeit zu erleben? Gibt es denn heute wirklich noch Momente ohne Stress, in welchen du alles geniessen, dich treiben lassen oder einfach dich selbst sein kannst?
Es ist sicher schwieriger geworden. Denken wir nur mal daran, wer heute noch ohne Handy oder Internet auskommen kann. Der ist wahrlich zu beneiden! Ohne diese Abhängigkeit, immer erreichbar zu sein, immer alles wissen zu wollen. Ich glaube, früher war das einfacher. Nur schon deswegen, weil wir all diesen Technikschnickschnack nicht hatten. Und eines wurde mir nach den Ferien einmal mehr bewusst: Es war wirklich schön, drei Wochen ohne ein elektronisches Gerät zu verbringen. Fast ohne, denn der IPod musste doch mit.
Komisch eigentlich, dass ich mich frage, warum ich hier bin. Ich bin doch im Grunde zufrieden und unterliege auch gar keiner Depression. Oder sehne ich mich einfach nach etwas Neuem, etwas Anderem, einer gewissen Freiheit? Vielleicht liegt alles am Alltagstrott, der einen auch nach den Ferien viel zu schnell wieder einholt. Ich glaube, ich sollte wieder mal etwas mehr leben. Zwinker.